Backup Strategie: So schützen Sie Ihre wertvollen Daten

Risiken minimieren und Datenverlust vermeiden

In der digitalen Welt sind Daten von unschätzbarem Wert und der Verlust von wichtigen Informationen kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Besonders beim Einsatz von Cloud-Lösungen vergessen viele Unternehmen die zusätzliche Sicherung von Daten. Ein Datenverlust kann zu finanziellen Verlusten, Reputationsschäden, Produktionsausfällen oder sogar rechtlichen Problemen führen. Es ist von entscheidender Bedeutung, eine effektive Backup-Strategie zu haben, um Ihre Daten zu schützen und Ihre Integrität und Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Grundlegende Aspekte einer Backup-Strategie

Eine effektive Backup-Strategie sollte mehrere wichtige Aspekte berücksichtigen, um sicherzustellen, dass Daten zuverlässig geschützt und im Bedarfsfall wiederhergestellt werden können. Hier sind einige grundlegende Aspekte, die in eine solche Strategie einbezogen werden sollten:

1. Festlegung der zu sichernden Daten

Bevor der konkrete Ablauf einer Datensicherung festgelegt werden kann, sollte eine Bestandsaufnahme der Daten vorgenommen werden: Welche Daten sind vorhanden und wo befinden sie sich?

2. Bewertung der zu sichernden Daten

Da die verschiedenen Daten unterschiedliche Anforderungen und Risiken darstellen, ist der nächste Schritt die Klassifizierung und Bewertung der Daten. Folgende Frage sollte dabei geklärt werden: Wie lange kann ein Datenverlust andauern, ohne dass er zu erheblichen geschäftlichen Konsequenzen führt? Betrachtet werden dabei die zwei Faktoren:

Wiederherstellungspunkt
(Recovery Point Objective)

Wie oft müssen Daten gesichert werden, um den akzeptablen Datenverlust zu begrenzen?

Ein niedriger RPO bedeutet, dass die Daten häufiger gesichert werden müssen, um den gewünschten Wiederherstellungspunkt zu erreichen.

Wiederherstellungszeitpunkt
(Recovery Time Objective)

Wie schnell muss ein System oder Anwendung nach einem Ausfall wiederhergestellt sein, um den geschäftlichen Anforderungen gerecht zu werden?

Ein niedriger RTO bedeutet, dass ein System oder eine Anwendung schnell wiederhergestellt werden muss, um den gewünschten Wiederherstellungszeitpunkt zu erreichen.

Beide Faktoren sind entscheidend bei der Festlegung einer effektiven Backup-Strategie. Damit lässt sich sicherstellen, dass der Datenverlust minimiert und die Wiederherstellung zeitnah und effizient durchgeführt wird.

3. Festlegung der Backup-Methode

Nach der Festlegung und Bewertung der Daten muss eine Sicherungsmethode gewählt werden. Es gibt drei verschiedene Methoden, um die Daten zu sichern:

Die gesamte vorhandene Datenmenge wird 1:1 kopiert und auf ein Medium gesichert. Das bedeutet, dass bei jeder Sicherung die Datenmenge erneut gesichert wird, unabhängig davon, ob sie zuvor gesichert wurde oder nicht.

Nur die Daten, die sich seit der letzten vollständigen oder inkrementellen Sicherung verändert haben, werden gesichert.

Nur die Daten, die sich seit der letzten vollständigen Sicherung verändert haben, werden gesichert.

Neben diesen klassischen Methoden gibt es noch die weiterverbreitete Methode Continuous Data Protection, bei den kontinuierlichen inkrementellen Sicherungen erstellt werden, die im Ziel regelmäßig zu Vollsicherungen konsolidiert werden. Mit dieser modernen Methode erreicht man ein Optimum aus RPO und RTO.

4. Wahl der Backup-Medien

Sobald die Sicherungsmethode festgelegt ist, sollte auch das Speichermedium oder die Speichermedien ausgewählt werden. Ein Ansatz, der sich in der Praxis bewährt hat, ist die sogenannte 3-2-1-Regel:

Neben der Originalkopie der Daten sollten noch zwei weitere Kopien erstellt werden. Dies gewährleistetet Redundanzen und minimiert das Risiko von Datenverlust.

Die Daten sollten auf mindestens zwei verschiedenen Medien gespeichert werden, z.B. auf einer Online-Festplatte im Server und auf einem Offline-Medium wie z.B. LTO Magnetbänder. Dies stellt sicher, dass die Daten nicht von einem einzelnen Speichermedium abhängig sind und das Risiko von Datenverlust aufgrund von Hardwarefehlern oder anderen technischen Problemen minimiert wird.
Mindestens eine Kopie der Daten sollte an einem externen Ort aufbewahrt werden, der von den Originaldaten und den anderen Backup-Kopien vollständig getrennt ist. Dies stellt sicher, dass die Daten vor physischen Schäden, wie z.B. Brand, Diebstahl oder Naturkatastrophen, geschützt sind.

Die 3-2-1-Regel ist eine effektive Methode, um eine ausreichende Redundanz und Sicherheit für Backup-Daten zu gewährleisten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Wahl der Backup-Medien auch von den individuellen Anforderungen, Ressourcen und Risiken eines Unternehmens abhängt und daher sorgfältig abgewogen werden sollte.

Bei der Umsetzung der 3-2-1-Regel sollte insbesondere sichergestellt werden, dass alle Sicherungen effektiv vor unberechtigten Zugriffen und vor Diebstahl geschützt werden. Dies wird z.B. durch die „offline“ Sicherung und Verbringung auf LTO Magnetbändern, die Trennung in unterschiedliche administrative Bereiche, aber insbesondere auch durch die konsequente Verschlüsselung der Sicherungsdaten erreicht. Letztendlich erhöhen alle Maßnahmen den Schutz vor Datenverlust, aber auch vor Ransomware Angriffen.

5. Planung von Wiederherstellungen

Um sich im Fall eines größeren Datenverlustes oder eines Systemausfalls vorzubereiten, sollte ein Disaster-Recovery-Plan erstellt werden. Eine solcher Plan beinhaltet Maßnahmen zur Wiederherstellung von Systemen, Daten und Diensten nach einem schwerwiegenden IT-Ausfall. Der Plan sollte regelmäßig überprüft, aktualisiert und den sich ändernden Anforderungen des Unternehmens angepasst werden.

6.Integritäts-Tests

Um sicherzustellen, dass die gesicherten Daten intakt und wiederherstellbar sind, sollten Integritätstest durchgeführt werden. Integritätstests sollten verschiedene Methoden und Techniken umfassen, wie zum Beispiel:

Prüfsummen aus den Originaldaten werden mit den gesicherten Daten berechnet und miteinander verglichen. Falls Abweichungen auftreten, kann dies auf Datenkorruption oder Übertragungsfehler hinweisen.
Die Struktur der gesicherten Dateien und Verzeichnissen wird mit der ursprünglichen Struktur verglichen. Es wird sichergestellt, dass keine Dateien oder Verzeichnisse fehlen oder falsch gesichert sind.
Die Wiederherstellung von gesicherten Daten wird getestet. So wird gewährleistet, dass sie erfolgreich wiederhergestellt werden können und im Falle eines Datenverlustes verfügbar sind.

Durch regelmäßige Integritätstests können potenzielle Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden.

Sichern Sie Ihre Daten erfolgreich

Durch das Festlegen und Bewerten der zu sichernden Daten, die Wahl geeigneter Backup-Methoden und -Medien, die Implementierung einer Disaster-Recovery-Strategie und regelmäßige Integritätstests können Sie sicherstellen, dass Ihre Daten vor Verlust, Korruption oder Beschädigung geschützt sind. Eine gut geplante und durchdachte Backup-Strategie minimiert die Risiken von finanziellen Verlusten, Reputationsschäden und Produktionsausfällen und gewährleistet die Verfügbarkeit und Integrität von geschäftskritischen Daten. Es ist ratsam, regelmäßig die Backup-Strategie zu überprüfen, anzupassen und zu aktualisieren, um den sich verändernden Anforderungen und Risiken gerecht zu werden und die Sicherheit von Daten kontinuierlich zu gewährleisten.

Mit unserer langjährigen Erfahrung und Fachkenntnis unterstützen wir Sie bei der Planung, Implementierung und Umsetzung einer effektiven Backup-Strategie. Gemeinsam analysieren wir Ihre individuellen Anforderungen und Risiken, um die optimale Backup-Methode, Backup-Medien und Disaster-Recovery-Strategie für Ihr Unternehmen zu identifizieren.

Gerne erstellen wir Ihnen ein individuelles Angebot. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Nico Ebeling

Nico Ebeling

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